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Neue Gesichter im DKV-WM-Team

Das deutsche Team für die Weltmeisterschaften im Kanu-Slalom in Spanien steht. Nach Abschluss der erstmals unter Flutlicht ausgetragenen Finals der German Open in Markkleeberg am späten Samstagabend gibt es drei neue Gesichter in der Mannschaft des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) für die Titelkämpfe in La Seu d’Urgell vom 10. bis 13. September.

pixelio, st.landgrafDas gleiche Aussehen wie in der laufenden Weltcup-Saison hat jedoch das Team der Kajak-Einer. Hinter Mateusz Polaczyk aus Polen fuhr Olympiasieger Alexander Grimm (Augsburg) in Markkleeberg auf den zweiten Rang und löste damit ebenso das Spanien-Ticket wie der drittplatzierte Sebastian Schubert (Hamm) und Tim Maxeiner (Wiesbaden) auf Rang fünf, der Ex-Weltmeister Fabian Dörfler (Augsburg/6.) um die Winzigkeit einer Hundertstel Sekunde distanzierte.

„Das war eine schwierige Qualifikation. Es waren viele Hürden zu meistern, bis die Entscheidung um 22:18 Uhr feststand. Das ist schon eine ziemlich ungewöhnliche Zeit für einen Sportler. Ich hatte vorher etwas Angst wegen der schwierigen Lichtverhältnisse, aber die Tore hingen schön hoch, das war in Ordnung“, sagte ein zufriedener Alexander Grimm. „Geiler Lauf! Das hat richtig Bock gemacht, hier zu paddeln, auch die Zuschauer sind richtig mitgegangen“, war auch Sebastian Schubert von der Flutlichtatmosphäre im Kanupark Markkleeberg begeistert. „Die letzten Wochen liefen nicht gut, ich bin seit fast drei Monaten keinen vernünftigen Lauf mehr gepaddelt, deswegen war ich heute vorher nicht gerade von mir überzeugt“, war Tim Maxeiner umso glücklicher über den gelungenen Finalauftritt.

Das Rennen der Canadier-Einer entschied der Augsburger Sideris Tasiadis für sich. Ebenso für die WM qualifizierten sich Jan Benzien (Leipzig) als Fünfter sowie einen Rang dahinter Lukas Hoffmann (Dormagen). Gewohnt cool genoss der Junioren-Weltmeister des vergangenen Jahres seinen Triumph gegen die starken Slowaken und die nationale Konkurrenz: „Die Bedingungen mit dem Licht und der späten Uhrzeit waren überhaupt kein Problem für mich. Wir sind schon vor zwei Jahren in Augsburg in der Dunkelheit gepaddelt. Das war alles ganz normal.“ – „Das war mental die bislang härteste Qualifikation für mich und ich bin schon einige gefahren. Ich habe mich von Lauf zu Lauf gesteigert, aber trotzdem bleibt da noch ein bisschen Arbeit für mich bis zur Weltmeisterschaft“, sagte Jan Benzien. „Einfach nur glücklich“, war Lukas Hoffmann: „Das war eine gute Woche für mich. Mit vier Läufen ohne Berührung bin ich sehr zufrieden. Die WM ist für mich Entschädigung für den verpassten Weltcup.“

Auch im Zweier-Canadier feierten die deutschen Kanuten einen Heimsieg. Die Leipziger David Schröder/Frank Henze brachten auf ihrer Hausstrecke einen Top-Lauf herunter und siegten vor den Polen Pochwala/Szczepanski. Zum ersten Mal eine Weltmeisterschaft bei den „Großen“ werden Robert Behling und Thomas Becker (Schkopau) im September erleben. Sie belegten den dritten Rang. Als Fünfte qualifizierten sich auch die Ex-Weltmeister Marcus Becker und Stefan Henze für La Seu. „Der Lauf war eine Befreiung, die musste heute aber auch an dieser Stelle sein. Wir wären eigentlich aber auch mit der Platzierung als drittes deutsches Boot zufrieden gewesen. Das Publikum war spitze – ich habe meine eigenen Paddelschläge nicht mehr gehört“, sagte David Schröder. „Ich bin erstmal sprachlos. Wir müssen jetzt wohl erst mal ein Bier trinken gehen“, war die Reaktion von Thomas Becker. Sein Bruder Markus war mit seinem Finallauf nicht recht glücklich, „aber wir sind hier drei gute Läufe gefahren und haben die Quali geschafft. Unser Ziel WM-Medaille ist jetzt wieder drin.“

Bei den Damen triumphierte ein Mal mehr Altmeisterin Stepanka Hilgertova aus Tschechien. Die Augsburgerin Claudia Bär wurde Zweite, die weiteren WM-Tickets gingen an Jasmin Schornberg (Hamm) sowie zum ersten Mal an Jacqueline Horn (Augsburg). „Ich bin überwältigt. Ich hab mich mal wieder selbst überrascht. Mehr kann ich dazu im Moment gar nicht sagen“, freute sich Claudia Bär. „Ich war schon sehr nervös und dann haben mich die Kampfrichter eine Minute zu früh auf die Strecke geschickt, das war schon ein komischer Start. Ich wollte dann einfach nur ruhig fahren. Zwei Qualis sind einfach die Hölle“, sagte Jasmin Schornberg. Überrascht war Team-Neuling Jaqueline Horn: „Ich habe nicht damit gerechnet. Ich wollte einfach nur fahren so gut es geht und dann mal schauen, was dabei rauskommt.“

"Ich habe großen Respekt vor allen, die heute hier angetreten sind. Wenn man sich die Ergebnisse anschaut, denke ich dass sich die derzeit Besten auch durchgesetzt haben", bilanzierte DKV-Chefcoach Michael Trummer.

German Open ICF Ranking Series (zweite nationale WM-Qualifikation der deutschen Slalom-Kanuten) in Markkleeberg

Ergebnisse der Finals

Herren, Kajak-Einer: 1. Mateusz Polaczyk (POL) 86,50 (0), 2. Alexander Grimm (GER/Augsburg) 87,82 (2), 3. Sebastian Schubert (GER/Hamm) 88,12 (0), 4. Sebastien Combot (FRA) 88,22 (0), 5. Tim Maxeiner (GER/Wiesbaden) 90,50 (0), 6. Fabian Dörfler (GER/Augsburg) 90,51 (0), 7. Erik Pfannmöller (GER/Halle/S.) 90,71 (0), … im Halbfinale ausgeschieden: 15. Robert Süßenbach (GER/Leipzig) 95,30 (2).

Canadier-Einer: 1. Sideris Tasiadis (GER/Augsburg) 90,10 (0) 2. Alexander Slafkovsky (SVK) 91,21 (0), 3. Matej Benus (SVK) 92,21 (0), 4. Michal Martikan (SVK) 92,36 (0), 5. Jan Benzien (GER/Leipzig) 92,69 (0), 6. Lukas Hoffmann (GER/Dormagen) 95,11 (0), 7. Franz Anton (GER/Leipzig) 95,49 (0), 8. Nico Bettge (GER/Magdeburg) 95,90 (2), … im Halbfinale ausgeschieden: 16. Martin Unger (GER/Halle/S.)  100,45 (2).

Canadier-Zweier: 1. David Schröder/Frank Henze (GER/Leipzig) 97,41 (0), 2. Marcin Pochwala/Piotr Szczepanski (POL) 99,15 (0), 3. Robert Behling/Thomas Becker (GER/Schkopau) 100,81 (0), 4. Damian Troquenet/Mathieu Voyemant (FRA) 102,08 (0), 5. Marcus Becker/Stefan Henze (GER/Halle/S.) 103,58 (2), 6. Felix Michel/Sebastian Piersig (GER/Spremberg) 104,15 (2), … im Halbfinale ausgeschieden: 16. Daniel Junker/Martin Krenzer (GER/Nürnberg-Fürth) 115,16 (6), 19. Kai Müller/Kevin Müller (GER/Magdeburg) 182,85 (56).

Damen, Kajak-Einer: 1. Stepanka Hilgertova (CZE) 99,56 (0), 2. Claudia Bär (GER/Augsburg) 100,42 (0), 3. Gabriela Stacherova (SVK) 101,00 (0), 4. Ursa Kragelj (SLO) 101,24 (4), 5. Jasmin Schornberg (GER/Hamm) 102,27 (0), 6. Jacqueline Horn (GER/Augsburg) 103,84 (0), 7. Jennifer Bongardt (GER/Köln) 108,47 (2), … 10. Mira Louen (GER/Hilden) 121,68 (4), … im Halbfinale ausgeschieden: 17. Melanie Pfeifer (GER/Augsburg) 152,44 (50).


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