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Großes Rennen der kleinsten Hochsee-Racer

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Jörg Riechers startet bei Minitransat von Frankreich nach Brasilien

Es ist der Höhepunkt der Class-6,50-Enthusiasten: Seit 1977 startet alle zwei Jahre das legendäre Einhandrennen über den Atlantik, das Minitransat, eine Segelregatta für nur 6,50 Meter kleine Hochsee-Racer.

Der deutsche Profisegler Jörg Riechers wird am kommenden Sonntag mit seiner mare.de am Fort Boyard bei La Rochelle an der französischen Atlantikküste als einer der Favoriten unter 79 Teilnehmern starten. Spätestens seit seinem sechsten Platz bei der spektakulären Atlantikregatta Route du Rhum im Vorjahr gilt er als Deutschlands bester Einhandsegler. Selbst die siegesgewohnten Franzosen trauen dem Deutschen beim Minitransat einen Podiumsplatz zu.

Bisher ist es noch keinem Deutschen gelungen, das Minitransat zu gewinnen. Für Franzosen und Briten ist dieses Rennen eine Art Sprungbrett in die Königsklasse, die Teilnahme bei der Einhandregatta nonstop rund um die Welt, das Vendée Globe. Alle berühmten Segler unserer Zeit sind irgendwann einmal das Minitransat gesegelt. Wer diese Regatta im Mini über den Ozean auf den vorderen Plätzen beendet, hat große Chancen, in der Königsklasse des Hochseerennsports mitzumischen.

Jörg Riechers ist bestens vorbereitet: Seit Monaten trainiert er fast täglich an der französischen Atlantikküste auf seiner mare.de. Ein neues Großsegel soll seine Chancen noch erhöhen: Sechs Prozent mehr Speed-Potenzial kann er verbuchen. ,,Ja, ich segle, um dieses Rennen zu gewinnen,“ sagt er selbstbewusst, „aber ich weiß auch, dass man auf viele Faktoren, die zum Sieg führen, keinen Einfluss hat.“

Jörg Riechers ist auf einem guten Wege; auch sein Traum von einer Teilnahme am Vendée Globe, dem härtesten Einhandrennen um die Welt, rückt mit jedem Erfolg etwas näher. Doch zunächst gilt es, step by step alle Hürden zu meistern. Dazu gehört auch die Bewältigung der Minitransat. Die Teilnahme ist nicht unumstritten. Wer im Herbst durch die Biskaya segelt, die Passatwinde aufspürt und dann über den Äquator durch die launischen Kalmen auf der Südhemisphäre bis nach Bahia in Brasilien segelt, geht nach Auffassung einiger Kritiker ein erhebliches Risiko ein. 79 internationale Segeltalente des Hochseerennsports werden es allerdings wieder wagen, diese Route, die schon beim Blick auf die Seekarte Respekt einflößt, allein und ohne fremde Hilfe zu meistern. Das größte Handicap sind ihre nur 6,50 Meter kleinen Segelschiffe.

Eine Regel verbietet darüber hinaus jeglichen Landkontakt, Satellitentelefone sind ebenso untersagt wie die Nutzung des Internets. Den Wetterbericht sendet der Radiosender RFI (Radio France Internationale), und es gibt ihn auf einer fast schon altmodischen SSB-Frequenz. Nur im Notfall darf Alarm ausgelöst werden.

Schon im Vorfeld kam es zu einem traurigen Zwischenfall: Der Franzose Jean-Marc Allaire ertrank bei der Überführung seines Boots nach La Rochelle. Nur wenige Seemeilen nach Verlassen seines Heimathafens Arcachon bei Bordeaux fiel der 34-jährige Skipper über Bord.

Am kommenden Sonntag um genau 17:17 Uhr werden 79 Minis in den Rubriken Prototypen und Serienschiffe vor La Rochelle am berühmten Fort Boyard starten. Das Feld setzt sich aus Profiseglern und Amateuren zusammen. Auf der ersten Etappe führt die 1100 Seemeilen (über 2300 km) lange Route nach Funchal auf Madeira. Am 13. Oktober beginnt die zweite Etappe mit  3100 Seemeilen oder über 5700 Kilometern bis nach Bahia auf Brasilien. Dort werden die ersten Schiffe bereits nach 19 Tagen, um den 31. Oktober herum, erwartet.

Konrad Kubisch

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