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Jörg Riechers erreicht bestes deutsches Ergebnis seit 34 Jahren

© Pierrick Garenne / GPO

mare.de-Skipper Jörg Riechers (43) beendet am dienstag nach 18 Tagen, 22 Stunden, 33 Minuten und 8 Sekunden vor Salvador da Bahia (Brasilien) das Transat 6,50 auf Rang 6. Mit dem dritten Platz der ersten Etappe von La Rochelle nach Funchal (Madeira) ergibt das in der Gesamtwertung Rang 5. Damit erreicht Jörg Riechers das beste deutsche Ergebnis seit  der ersten Veranstaltung im Jahre 1977.

„Ich bin heilfroh, endlich angekommen zu sein, denn seit 9 Tagen hatte ich große Probleme mit dem Kielkopf im Schiffsinneren. Er ist gebrochen. Ich bin nun erleichtert und ein wenig frustriert, weil ich das Gefühl habe, nicht zu gleichen Bedingungen gesegelt zu sein. Dennoch ist es ein gutes Ergebnis, da die vier Konkurrenten vor mir doch sehr stark waren“, sagte Jörg Riechers nach seiner Ankunft sichtlich erschöpft.
Der Podiumsplatz nach der ersten Etappe ließ auf mehr hoffen. Trotz eines Lochs im Rumpf ­– verursacht durch einen Mitkonkurrenten in der Startphase in La Rochelle ­– segelte Jörg Riechers ein fantastisches Rennen. Die zweite Etappe ging der Hamburger stark motiviert an, doch auf der Suche nach dem richtigen Wind verlor er bei den Kanaren wichtige Seemeilen. Insgesamt legte Riechers 3335 sm zurück. Das sind etwa 230 sm mehr, als die Idealroute vorgibt.

Aber wer kann bei so unterschiedlichen Windbedingungen und einer extrem langen Route wie dieser einen direkten Kurs anlegen? Dann trat vor 9 Tagen auch noch das Problem mit dem Kiel auf. Das Endstück des Kiels, der so genannte Kielkopf im Schiffsinneren, war beschädigt. „Ich muss mich zunächst bei Lukas Schröder bedanken. Ich weiß nicht, was ich ohne ihn auf dem Atlantik gemacht hätte. Denn die Vorderseite des Kiels war aufgerissen. Lukas, mit dem ich Funkkontakt hatte, hat mich nicht nur motiviert, sondern er hätte mich im worst case auch gerettet, wie er mir versicherte. Er hätte sogar sein Rennen abgebrochen. Dafür bin ich ihm unendlich dankbar. Gott sei Dank konnte ich den Kiel mit allem, was ich an Carbon an Bord hatte, laminieren. So ging es erst mal weiter. Oder auch nicht, weil ich dann plötzlich in der Flaute hing, hilflos. Ein fürchterliches Gefühl, wenn man mit einem Knoten vor sich hindümpelt und weiß, die anderen segeln mit 10 Knoten davon. Adieu, Podium“, so Riechers gestern Abend. Durch den dann aufkommenden Wind musste der mare-Skipper vorsichtiger segeln, um seinen Kiel und damit das Schiff nicht zu verlieren.

Insgesamt 15 Konkurrenten mussten das Rennen abbrechen; 4 Schiffe erlitten einen Mastbruch. „Ich versuche mich jetzt mit meinem 5. Platz anzufreunden. Den habe ich mir zum Schluss hart erkämpft. Ich bin an meine physischen, aber auch psychischen Grenzen gestoßen, habe zwei Tage nicht geschlafen und auch Halluzinationen gehabt.“

Seit 1977 haben sich erst 10 Deutsche der harten Herausforderung gestellt, auf einem nur 6,50 Meter kleinen Segelschiff den Atlantik zu überqueren. Seit 2011 liegt der neue Zielhafen in Brasilien; damit führt die Route nicht nur auf die Südhemisphäre, sondern verlängert sich, im Vergleich zu früheren

Zielhäfen in der Karibik, um rund 200 sm. 4200 sm (7780 km) beträgt die Route insgesamt. Sie führt durch die Biskaya nach Madeira, über die Kanaren an den Kapverden vorbei, verläuft an dem Kalmengürtel entlang, und endet schließlich auf der Südhemisphäre.

Die Skipper erwartet auf ihrem Weg eine ganze Reihe an Herausforderungen, die der Atlantische Ozean zu bieten hat: Flauten, Stürme, brennend heiße Sonne, Gewitterregen mit Sturmböen. Das Schlimmste ist aber, auf sich allein gestellt zu sein. Satellitentelefone und Internet sowie jegliche Art von Landunterstützung sind untersagt. Alleinige Hilfe bietet der einheitliche Wetterbericht über Kurzwelle. Neben der Schiffsroutine an Bord ist die Suche nach dem Wind die wichtigste Beschäftigung.

Jörg Riechers’ erfolgreiche Teilnahme an der Minitransat ist ein wichtiger Schritt in Richtung Vendée Globe, das größte und spannendste Einhand-Segelevent. Die nächsten Termine sind für 2012 und 2016 angesetzt.
Der Sponsor mare, ein kleiner Hamburger Verlag, ist extrem stolz auf Riechers’ Leistung. „Nach vier Jahren unserer Unterstützung erfüllt er mit dem besten jemals von einem deutschen Segler erzielten Ergebnis all unsere Hoffnungen. Mit dem derzeitigen Bau eines neuen, größeren Racers in der Class 40 wollen wir Jörg im kommenden Jahr auch Siegchancen in dieser Klasse ermöglichen“, so der Verleger und Chefredakteur des mareverlags Nikolaus Gelpke.

Foto: © Pierrick Garenne / GPO
Infos:  http://segeln.mare.de/
http://www.charentemaritime-bahia.transat650.net/en


Pressekontakt Segelsport-Kommunikation:
Konrad Kubisch
Mediamaritim International – Nautische Medien
www.mediamaritim.de

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