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Küstenkanuwandern

Küstenkanuwandern - auch Küstenpaddeln, Salzwasserpaddeln, Seekajakfahren, Seekajaken, Seepaddeln, Ocean Paddling, Off-Shore-Kayaking, Open Water Paddling, Sea Canoeing, Sea Kayaking, Sea Paddling, und Shoreline Kayaking genannt - ist eine spezielle Form des Kanuwanderns. Die ersten Kajaks der Inuit (Eskimos) wurden für die Jagd in der Arktis benutzt. Daher ist das Paddeln auf dem Meer eine der ursprünglichsten Formen dieses Wassersportes.

Wikipedia, Pascal AurichtDie meisten Seekajaks zeichnen sich durch ihre Länge, den Kielsprung und der Form von Bug und Heck aus, um besser für den Wellengang geeignet zu sein. Sie besitzen eine Abschottung, eine Rundumleine und haben ein Skeg oder Steuer. Beim Brandungssurfen jedoch kommen auch Kajaks zur Verwendung die sich eher an Wildwasserkajaks orientieren, teilweise lehnen sie sich von der funktionalen Formgebung an Surfbretter an.

Canadier sind durch ihre höhere Windanfälligkeit außerhalb des geschützten Küstenbereiches weniger geeignet.

Dass man auch mit einem Faltboot Seekajakfahren kann, bewies der deutsche Mediziner Hannes Lindemann, der mit einem Standard-Klepper (520x87 cm; 27 kg) 1956 den Atlantik (von Las Palmas nach St. Martin (Karibik)) in nur 72 Tagen überquerte. Dies ist bis heute das kleinste Boot mit dem je ein Mensch den Atlantik überquerte.

Kapitän Franz Romer segelte zwar 1928 über den Atlantik mit einer Faltboot-Spezialanfertigung in 58 Tagen von Lissabon über Lanzarote und Gran Canaria bis nach St. Thomas. Jedoch fuhr er zuerst nach Puerto Rico, und dann trotz Orkanwarnung weiter Richtung Florida und ist seither verschollen.

Besonderheiten des Seepaddelns, im Vergleich zum Paddeln auf kleineren Gewässern, ist die Entfernung zum Ufer, als auch der Einfluss der Gezeiten und Strömungen. Daher bedarf es auch genauer zeitlicher Planung, um eine Tour entsprechend der Tide anzupassen, und bestimmter Rettungs- und Navigationstechniken. Auf offenem Gewässer kommt der Navigation eine gesteigerte Bedeutung zu, da man sich nicht am Ufer orientieren kann. Auch ist es notwendig, auf offenem Gewässer die Kenterrolle zu beherrschen oder durch andere Rettungstechniken wieder ins Kanu zu gelangen, das Boot zu lenzen und Rettung alarmieren zu können. Das Paddel sollte mit einer Paddelsicherung vor Verlust geschützt werden.

Wikipedia, Pascal AurichtDer Umgang mit einem Seekajak vor allem mit Wellen muss trainiert werden. Ebenso der Gebrauch von Rettungs-, Sicherungs- und Signalmitteln zur Gabe eines Seenotsignals. Wichtig ist auch das richtige Beladen des Seekajaks.

Alleinfahrten bieten erhöhte Risiken. Der Fahrer sollte mit besonderer Kleidung, Proviant, sowie Funkgerät oder Ähnlichem ausgerüstet sein. Er muss in der körperlichen Verfassung sein die vorgenommene Strecke auch bei Veränderungen der Umgebungsbedingungen zu bewältigen und sollte durch Beherrschung von Techniken wie Eskimorolle oder Wiedereinstieg mit oder ohne Hilfsmittel in der Lage sein, Situationen wie eine Kenterung in kaltem Wasser sicher zu beherrschen.

Nach einer Kenterung auf offenem Gewässer ist es essentiell möglichst schnell wieder im Kajak fahrbereit zu sein. Nach dem Aufrichten wird das Wasser durch eine Lenzpumpe entfernt. Es gibt sie als Handpumpen, die relativ viel Wasser in kurzer Zeit befördern können. Diese haben den Nachteil, dass man nicht die Hände zum Stützen frei hat. Eine festinstallierte Pumpe erlaubt wenigstens eine freie Hand. Mit einer Fußpumpe benötigt man zum Lenzen bedeutend mehr Zeit. Ideal sind batteriegetriebene Pumpen, solange sie funktionieren.

Auch das Wetter spielt eine stärkere Rolle. Einerseits ist auf offenem Gewässer der Seegang ausgeprägter, andererseits ist durch schlechtes Wetter (z.B. Nebel) die Orientierung erschwert, und durch die Entfernung zu einer geeigneten Küste ist ein Anlanden nicht immer möglich.


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